Meistertitel im Speedklettern und Bouldern gehen nach NRW
Leon Carmanns rast die 15 Meter hohe Kletterwand im Landschaftspark nach oben. Als er den Knopf am oberen Ende drückt, ist klar: Der 18-Jährige ist deutscher Meister im Speedklettern. Damit hat er sich bei den Finals 2023 im Landschaftspark Duisburg-Nord gegen seinen Kontrahenten und Trainingspartner Linus Bader durchgesetzt.
Aber nicht nur das. Mit 5,299 Sekunden hat er den deutschen Rekord im Speedklettern geknackt. Die Zuschauer auf dem Cowperplatz jubeln lautstark. „Die Atmosphäre hier in Duisburg ist einfach fantastisch“, sagt Leon Carmanns, „das Publikum feuert einen richtig an. Das ist eine enorme Unterstützung, nicht nur, weil es ein Heimspiel ist.“
Finals 2023: Einzigartige Stimmung im Landschaftspark
Im Juni konnte sich der Mönchengladbacher schon von der einzigartigen Stimmung im Landschaftspark Duisburg-Nord bei den Ruhr Games überzeugen. Dort wurde Leander Carmanns Junioren-Europameister im Speedklettern.
Auch für Yannick Flohé war es ein Heimspiel. Der Essener holte sich in der Kraftzentrale im Landschaftspark Duisburg-Nord zum dritten Mal den deutschen Meistertitel im Bouldern nach seinen Erfolgen 2018 und 2021. Der 23-Jährige gehört zu den besten Kletterern in Deutschland und feiert auch international Erfolge.
Yannick Flohé gewinnt vor Jan Hojer
Bei den deutschen Meisterschafen im Rahmen der Finals 2023 setzte sich Yannick Flohé gegen Jan Hojer (Platz 2) vor Emil Zimmermann (Platz 3) durch. Von vier Bouldern erreichte Flohé bei drei die Tops und bei vier die Zonen.
Für den Spitzen-Athleten ist es etwas besonders, im Landschaftspark Duisburg-Nord einen Wettkampf auszutragen. „Normalerweise muss ich immer weiter anreisen“, sagt Yannick Flohé, „auch deshalb bleiben mir die Wettkämpfe im Landschaftspark in Erinnerung. Aber ich finde es auch sehr cool, wenn Meisterschaften bei solchen Events ausgetragen werden.“
2019 gewann Flohé bereits die Deutschen Meisterschaften im Speedklettern, die damals ebenfalls im Rahmen der Ruhr Games im Landschaftspark ausgetragen wurden. „Ich finde es immer toll, wenn die Meisterschaften hier in der Region ausgetragen werden“, sagt er.
Meisterinnen: Lucia Dörffel und Franziska Ritter
Deutsche Meisterin im Bouldern wurde bei den Finals im Landschaftspark Duisburg-Nord Lucia Dörffel. Die Chemnitzerin setzte sich deutlich mit drei Tops, also drei geschafften Bouldern, gegen ihre Kontrahentinnen Sandra Hopfensitz (Silber) und Helene Wolf (Bronze) durch – sie schaffen jeweils zwei. Damit wurde Lucia Dörffel auch ihre Favoritenrolle bei den Finals 2023 gerecht. Bereits in der Qualifikation und im Halbfinale zeigt die Athletin Topform.
Den Sieg im Speedklettern erkletterte sich Franziska Ritter vom DAV Barmen. Sie bewältigte die 15 Meter hohe Wand in 7,519 Sekunden. Dabei lieferte sie sich mit Anna Maria Apel (Silber) vom DAV München ein sehr knappes Rennen. Ihr Kontrahentin schaffte eine Zeit von 7,869 Sekunden. Ritter ist zum vierten Mal deutsche Meisterin im Speedklettern.
Das kleine Finale gewann die Ukrainerin Sofiia Tulchysnka Bronze gegen Nele Thomas. Die Starterin des DAV Köln-Rheinland patzte bei einem Griff, was ihr die Chancen auf einen Sieg kostete.
Speedklettern: In Sekunden 15 Meter klettern
Beim Speed-Klettern steht vor allem Geschwindigkeit im Fokus. Im direkten Duell treten immer zwei Athletinnen oder Athleten gesichert von oben gegeneinander an. Der oder die Schnellere setzt sich durch. Die Routen sind 15 Meter hoch und folgen weltweit standardisierten Griff- und Trittabfolgen.
Es ist ein atemberaubendes Spektakel, wenn die Kletterer in Rekordtempo die Wand erklimmen und um den Sieg kämpfen. Bei den Herren liegt der aktuelle Weltrekord gerade mal bei 4,90 Sekunden, bei den Damen sind es 6,25.
Bouldern: Klettern in Absprunghöhe
Beim Bouldern hingegen geht es um Klettern in Absprunghöhe über Weichbodenmatten. Die Athletinnen und Athleten müssen verschiedene „Boulderprobleme“ lösen, indem sie spezielle Routen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden bewältigen.
Derjenige oder diejenige, der oder die die meisten Boulderprobleme mit den wenigsten Versuchen erfolgreich meistert, setzt sich durch. Hier sind Kreativität, Kraft und Technik gefragt.

Leon Carmanns ist deutscher Meister im Speedklettern. Foto: Eugen Shkolnikov

Neuer deutscher Meister im Bouldern: Yannick Flohé. Foto: Eugen Shkolnikov

Den Sieg im Speedklettern holte sich Franziska Ritter. Foto: Eugen Shkolnikov
Bildergalerie: Deutsche Meisterschaften im Bouldern und Speedklettern bei den Finals 2023
Die Finals 2023 – Klettern
Die Siegerinnen im Speedklettern (v.l.n.r.): Maria Apel (Bronze), Franziska Ritter (Gold) und Nele Thomas (Bronze). Foto: Eugen Shkolnikov
Die Finals 2023 – Klettern
Franziska Ritter (mittig) gewinnt Gold bei den Finals 2023 im Speedklettern. Im Finale trat sie gegen Maria Apel (links) an. Foto: Eugen Shkolnikov
Die Finals 2023 – Klettern
Charlotte Schiefer im Wettkampf bei den Finals 2023 in der Kraftzentrale in Duisburg. Foto: Eugen Shkolnikov
Die Finals 2023 – Klettern
Kaja Händler und Elli Fassbender in der Qualifikation bei den deutschen Meisterschaften im Bouldern. Foto: Eugen Shkolnikov
Die Finals 2023 – Klettern
Charlotte Schiefer versucht sich am dritten Boulder in der Qualifikation. Foto: Eugen Shkolnikov
Die Finals 2023 – Klettern
Charlotte Schiefer beim zweiten Boulder in der Qualifikation. Foto: Eugen Shkolnikov
Die Finals 2023 – Klettern
Beim Bouldern in der Kraftzentrale herrschte trotz Hitze großer Andrang. Foto: Eugen Shkolnikov
Die Finals 2023 – Foto: Eugen Shkolnikov
Der Klettergarten des DAV im Landschaftspark Duisburg-Nord beherbergt unter anderem den längsten Klettersteig diesseits der Alpen. Foto: Eugen Shkolnikov
Die Finals 2023 – Klettern
Auch der DAV Duisburg beteiligte sich an den Finals 2023. Während der Profis in der Kraftzentrale und auf dem Cowperplatz kletterten, bot die Sektion des Alpenvereins Schnupperklettern im Klettergarten an. Foto: Eugen Shkolnikov
Die Finals 2023 – Klettern
Der schnellste Deutsche bewältigt diese Wand in 5,299 Sekunden. Foto: Eugen Shkolnikov
Die Finals 2023 – Klettern
Die 15 Meter hohe Speedkletterwand im Landschaftspark Duisburg-Nord. Foto: Eugen Shkolnikov
Die Finals 2023 – Klettern
Die Gewinner bei den deutschen Meisterschaften im Bouldern (v.l.n.r.): Jan Hojer (Silber), Yannick Flohé (Gold) und Emil Zimmermann (Bronze). Foto: Eugen Shkolnikov
Die Finals 2023 – Klettern
Wettkampfmoderator Reinold Redenyi – genannt Reini – moderierte die Meisterschaften im Bouldern und Speed bei den Finals 2023 im Landschaftspark Duisburg-Nord. Foto: Eugen Shkolnikov
Die Finals 2023 – Klettern
Tritte und Griffe beim Bouldern bieten oft nur wenig Halt für Füße und Hände. Foto: Eugen Shkolnikov
Die Finals 2023 – Klettern
Emil Zimmermann im Finale der Herren bei den deutschen Meisterschaften im Bouldern. Foto: Eugen Shkolnikov
Die Finals 2023 – Klettern
Emil Zimmermann chalkt sich die Hände, bevor er den nächsten Boulder in ANgriff nimmt. Foto: Eugen Shkolnikov