Stadtsportbund Duisburg geht mit neuem Spitzenduo ins Jahr 2026
Als Uwe Busch beim Stadtsportbund (SSB) Duisburg als Geschäftsführer begann, stand die Berliner Mauer noch. Im Frühjahr 1989 trat er seinen Dienst an. Duisburg bereitete sich damals auf die Ausrichtung der Universiade vor. Nach mehr als 36 Jahren verabschiedet er sich zum Jahreswechsel in den Ruhestand.
Trotzdem setzt der SSB auf Kontinuität. Ab 2026 gibt es eine Doppelspitze. Peter Serfort rückt in die Geschäftsführung auf. Der 40-Jährige arbeitet bereits seit 2014 für den SSB. Mit Christoph Gehrt-Butry, bislang stellvertretender Geschäftsführer, bildet der gelernte Sport- und Fitnesskaufmann sowie Gesundheitsmanager ein Duo.
Stadtsportbund Duisburg: Joachim Gossow dankt Uwe Busch
„Ich möchte Uwe Busch für seine herausragende und über Duisburg hinaus geschätzte Arbeit danken“, sagte der SSB-Vorsitzende Joachim Gossow bei der Bilanzpressekonferenz im Restaurant des ASC Duisburg. Einen Nachfolger zu finden, der diese Erfolgsgeschichte weiterschreibe, sei eine eigene Herausforderung gewesen.
„Die Latte lag sehr hoch“, erklärte Gossow und ergänzte: „Wir haben deshalb bereits seit Januar intensiv an einer passenden Lösung gearbeitet. Peter Serfort hat sich in dem Bewerbungsverfahren durchgesetzt.“ Der künftige Geschäftsführer möchte die Digitalisierung weiter vorantreiben und mit dem SSB mehr Präsenz in den Sozialen Netzwerken zeigen. Serfort hat auch Erfahrung in der Vereinsarbeit gesammelt. Durch sein Engagement bei der VSG Duisburg ist er vertraut mit dem Bereich Inklusion.
Sandra Niedzwiedz bringt sich im SSB-Vorstand ein
Die Interessenvertretung der Sportvereine hat auch ein neues kommissarisches Vorstandsmitglied: Sandra Niedzwiedz bringt sich ehrenamtlich ein. „Ich mag den Geruch von Turnhallen und Schwimmbädern“, erklärte die Duisburgerin, die die Jugend der Wassersportgemeinschaft Rumeln-Kaldenhausen fördert.
Bei der Pressekonferenz ging es aber nicht nur um Personalien. Der SSB präsentierte auch Zahlen. Knapp 100.000 Duisburgerinnen und Duisburger sind zum Jahresende 2025 Mitglied in einem Sportklub – 1.534 mehr als im Vorjahr. Die genaue Zahl beträgt 99.705. Mehr waren es nie in den vergangenen zwölf Jahren. Inzwischen ist fast jeder Fünfte in Duisburg Mitglied in einem Sportklub. „Die Pandemie-Delle ist längst ausgebeult“, sagte Uwe Busch.
Die Zahl der Vereine in Duisburg ging dagegen weiter zurück. 369 Klubs bieten insgesamt etwa 70 Sportarten mit knapp 100 Disziplinen an. Das sind sieben Vereine weniger als im Vorjahr. Der Trend zu Fusionen und zum Zusammenschluss kleiner Klubs setze sich fort, so Uwe Busch. Das liege auch an den wachsenden Anforderungen, denen sich ehrenamtliche Vorstände inzwischen gegenübersähen, ergänzte Joachim Gossow, Vorsitzender des SSB Duisburg.
Was die Duisburgerinnen und Duisburger betrifft, die der SSB direkt im vergangenen Jahr bewegt hat, lieferte das Pressegespräch ebenfalls eine beeindruckende Zahl: Mehr als 40.000 Menschen nahmen an den Veranstaltungen, Kursen und Initiativen teil. Nicht mitgerechnet sind dabei die Teilnehmenden an „Duisburg bewegt sich“, dem Mitmach-Samstag in der Innenstadt, und der Duisburger Radwanderung.
Mehr als 1.000 Kinder haben Schwimmen gelernt
Vorstandsmitglied Karl-Heinz Dinter verwies besonders darauf, dass mehr als 1.000 Kinder mithilfe des SSB im nun zu Ende gehenden Jahr das Schwimmen lernten. Mehr als 5.000 Mädchen und Jungen nahmen an den sportmotorischen Testungen der Klasse 2 teil. Der 42. Rhein-Ruhr-Marathon mit etwas weniger als 8.000 Meldungen verzeichnete ebenfalls ein Rekordergebnis. Joachim Gossow sagte: „Nicht nur Vereinssport, sondern generell sportlich aktiv zu sein, liegt im Trend.“
Derweil haben die Gespräche über eine Fortsetzung des Pakts für den Sport ab 2027 begonnen. Joachim Gossow sagte: „Wir haben in diesem Jahr große Fortschritte gemacht und sind bereits sehr weit. Unter anderem haben wir der Politik unsere Vorstellungen vorgelegt, darunter zwei Millionen Euro pro Jahr mehr für den Vereinssport.“ Die verbindlichen Absprachen unterschriftsreif auszuverhandeln, sei nun eine Aufgabe für 2026.
Finanzielle Mittel für die Förderung der Infrastruktur
Bei der Förderung der Sportinfrastruktur können die Vereine ebenfalls auf finanzielle Hilfe hoffen. Das Land hat im Rahmen des NRW-Plans insgesamt 600 Millionen Euro für Investitionen in die Sportlandschaft zugesagt. Hinzu komme der Anteil an der Sportmilliarde, die die Bundesregierung für ganz Deutschland in den Haushalt eingestellt habe.
SSB-Geschäftsführer Uwe Busch fasste den zurückblickenden Ausblick so zusammen: „Dass immer mehr Menschen, darunter auch viele Kinder, den Sport für sich als Freizeitaktivität entdecken, ist eine sehr positive Entwicklung. Die Aufgabe wird sein, dass sie ihrem Interesse dann auch auf Sportplätzen und in Sporthallen nachkommen können, die auf der Höhe der Zeit sind. Wir arbeiten mit allen Partnern wie der Sportverwaltung, den Wirtschaftsbetrieben und der Politik an einem Fitnessprogramm für unsere Sportstätten.“
Christoph Gehrt-Butry nannte die Präventionsmaßnahmen gegen sexualisierte Gewalt als ein Thema, das Anforderungen an die Vereine stellen werde: „Es werden in naher Zukunft Schutzkonzepte verlangt. Viele Vereine arbeiten bereits mit unserer Unterstützung daran.“ Zu Beginn des Jahres wurde der SSB in das „Qualitätsbündnis zum Schutz vor sexualisierter & interpersoneller Gewalt im Sport“ aufgenommen und hat sich für diese Beratungsaufgabe auch personell verstärkt.
Zogen am Donnerstag Bilanz (von links nach rechts): Peter Serfort, Christoph Gehrt-Butry, Karl-Heinz Dinter, Sandra Niedzwiedz, Joachim Gossow und Uwe Busch aus dem Vorstand des Stadtsportbundes sowie Stefan Marx vom SportBildungswerk. Foto oben: Denis de Haas / Sportstadt Duisburg
Sandra Niedzwiedz ist im SSB-Vorstand aktiv. Foto: Denis de Haas / Sportstadt Duisburg
Peter Serfort ist seit 2014 beim Stadtsportbund Duisburg. Zum 1. Januar 2026 übernimmt er mit seinem Kollegen Christoph Gehrt-Butry die Geschäftsführung. Foto: Denis de Haas / Sportstadt Duisburg