Mit Heimstärke gepunktet: MSV Duisburg überwintert erneut in der Spitzengruppe
Patrick Sussek hatte noch die Kraft für ein letztes Solo. Der Flügelstürmer des MSV Duisburg ließ im Strafraum zwei Spieler von Viktoria Köln stehen und zog ab. Doch Viktoria-Torwart Arne Schulz parierte den Schuss in der Nachspielzeit. So verabschiedeten sich beide Teams mit einem 0:0 in die Winterpause.
Wäre Susseks Abschluss im Tor gelandet, hätten die Zebras als Tabellenführer unter dem Tannenbaum gesessen. Stattdessen schloss Duisburg die Hinrunde der 3. Liga auf einem starken dritten Platz ab. Der Rückstand auf Spitzenreiter Energie Cottbus beträgt nur wenige Punkte.
MSV Duisburg startet mit sechs Siegen in Serie
Was angesichts der erfolgreichen Hinrunde oft in Vergessenheit gerät: Der MSV ist Aufsteiger. „Wir wollen uns in der Liga etablieren und die Klasse halten“, sagte Trainer Dietmar Hirsch noch vor dem Saisonstart. Doch seine Mannschaft legte einen beeindruckenden Start hin – mit sechs Siegen in Serie.
Trotz einiger Rückschläge setzte sich das Team dauerhaft in der Spitzengruppe fest. Ausschlaggebend dafür ist vor allem die Heimstärke. In der Schauinsland-Reisen-Arena ist der MSV Duisburg in dieser Saison noch ungeschlagen.
Im Schnitt verfolgten 22.524 Zuschauerinnen und Zuschauer die Heimspiele in der SPORTSTADT DUISBURG. Und die Fans bekamen einiges geboten: Ende November etwa einen souveränen 3:1-Heimsieg gegen Alemannia Aachen.
Eindrucksvolle Choreografie mit Gerhard Mercator
Bei diesem Spiel sorgten die Anhänger mit einer eindrucksvollen Choreografie für Gänsehautmomente. Unter dem Motto „Und wenn es irgendwann nach Wladiwostok geht – dank Mercator kennen wir den Weg“ entrollten sie über die komplette Nordtribüne eine riesige Blockfahne. Sie zeigte den in Duisburg verstorbenen Kartografen Gerhard Mercator (1512-1594).
Begleitet wurde die Choreografie von einem in der Aufstiegssaison gedichteten Lied. Darin heißt es: „Wenn ich nachts schlafen geh, träum ich von den Zebras im Europacup. London, Bukarest und Wien, mit Duisburg durch Europa zieh’n.“
Auswärtstouren durch Europa bleiben vorerst Utopie. Doch ein Zweitligist aus Duisburg könnte schon bald Realität werden. Der Durchmarsch von der Regionalliga West bis in die 2. Bundesliga ist möglich.
Erst nach Stuttgart, dann gegen Regensburg
Am 18. Januar 2026 startet der MSV mit einem Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart II in die Rückrunde. Am 24. Januar folgt das erste Heimspiel des Jahres: Um 16.30 Uhr empfängt Duisburg Jahn Regensburg. Und dann dürfte im Stadion auch wieder das Europacup-Lied erklingen.
Die Duisburger Drittliga-Fußballer wie Steffen Meuer hatten in der Hinrunde häufig Grund zum Jubeln. Teaserfoto: imago / Nico Herbertz
Die Choreografie gegen Alemannia Aachen sorgte in der nationalen Fanszene für großes Staunen. Foto oben: imago / Jakob Klos