Zwischen Industriekulisse und Natur: Beim Mammutmarsch Ruhrgebiet 2026 an die Grenzen gehen
Die Herden sind am 25. April unterwegs in der SPORTSTADT DUISBURG: Der Mammutmarsch Ruhrgebiet lädt Wanderbegeisterte auch 2026 wieder dazu ein, sich auf Strecken von 30 bis 55 Kilometern einer besonderen Herausforderung zu stellen.
Start und Ziel für die längeren Distanzen liegen im Landschaftspark Duisburg-Nord. Von dort aus machen sich die Mammuts auf den Weg. Die Strecke verbindet Industriekulissen mit Grünzügen.
Mammutmarsch: Gemeinsames Erleben einer Langstreckenwanderung
Beim Mammutmarsch geht es nicht um Bestzeiten. Das gemeinsame Erleben einer außergewöhnlichen Langstreckenwanderung steht im Vordergrund.
Drei Teilnehmerinnen berichten von ihren Erfahrungen und geben Tipps zur Vorbereitung.
Myriam Kasten: Mit dem „Endgegner“ ging es los
Bei meiner Premiere vor zehn Jahren habe ich mich direkt am „Endgegner“ versucht. Damals standen 100 Kilometer auf dem Programm – mit 2000 Höhenmetern. Zwei Drittel habe ich geschafft. Doch nach 64 Kilometern ging nichts mehr. Am Kemnader See musste ich mich abholen lassen. Der erste Gedanke war: Nie wieder! Doch irgendwie hatte ich Blut geleckt.
Jetzt bin ich regelmäßig bei Mammutmärschen dabei. Am 25. April geht’s wieder los. Der Start in meiner Heimatstadt Duisburg ist immer was Besonderes. Du wanderst durch das Ruhrgebiet und hast so viel Grün um Dich herum. Und die letzten Meter vor dem Ziel sind immer ein Erlebnis: Wenn Du 55 Kilometer in den Beinen hast und vor Dir die atemberaubende Industriekulisse des Landschaftsparks Duisburg-Nord auftaucht, ist das eine Belohnung für die Strapazen.
Pflaster, Tape und Wundsalbe gehören ins Gepäck
Am Abend vor dem Mammutmarsch werde ich ausreichend Magnesium und Flüssigkeit zu mir nehmen. Um 6.15 Uhr startet dann meine Gruppe. Mit Trailrunning-Schuhen gehe ich auf die große Schleife. Darin fühl ich mich am wohlsten. Dicke Baumwollsocken sind oft Ursache für großen Blasen. Deshalb rate ich zu speziellen Wandersocken. Pflaster, Tape und Wundsalbe sollten im Gepäck trotzdem nicht fehlen.
Seit einigen Monaten bereite ich mich mit meiner Freundin Merle auf das Event vor, unsere Trainingsstrecken sind immer länger geworden. Die gewanderte Zeit spielt beim Event selber keine Rolle. Wenn wir die 55 Kilometer schaffen, haben wir unser Ziel erreicht.
Merle Eckardt: Kaltstart bei der Premiere
Sneaker, Leggings und T-Shirt anziehen – und dann los. So bin ich meinen ersten Mammutmarsch vor drei Jahren angegangen. Das ist für 30 Kilometer auch gut gegangen. Doch jetzt habe ich mich für die große Strecke angemeldet. Und da geht es nicht ohne eine gute Vorbereitung.
Ich merke auch schon den Trainingseffekt: Am letzten Wochenende standen rund 30 Kilometer auf dem Programm. Am nächsten Tag bin ich ohne Schmerzen aufgestanden. Das war zu Beginn der Trainingsphase noch anders. Da habe ich jeden Muskel gespürt.
Wenn der Rucksack eine Geschichte erzählt
Beim Event selber triffst du so viele interessante Leute. Ich habe vor einigen Jahren einen älteren Mann kennengelernt. Er war Witwer und hatte nach dem Tod seiner Frau das Wandern für sich entdeckt. An seinem Rucksack baumelten die ganzen Badges früherer Mammutmärsche. Seine Geschichte hat mich wirklich beeindruckt.
Ich will die Serie in Duisburg nun voll machen. Nach 30 und 42 sind jetzt die 55 Kilometer an der Reihe. So ein Mammutmarsch ist dabei wie eine Achterbahnfahrt: Auf Tiefen folgen wieder Höhen. Wichtig ist nur, nicht ans Aufgeben zu denken. Dann schaffst Du es auch.
Karin Schülling: Der Weg ist das Ziel als Motto
Der Weg ist das Ziel. So lautet mein Motto. So habe ich damals meinen ersten Mammutmarsch in Heidelberg gemeistert – über 42 Kilometer. Da bin ich schon deutlich an meine Grenzen gestoßen. Aber ich habe es mit einem starken Willen geschafft.
Danach sind die 30 Kilometer meine Standardstrecke geworden. In Duisburg bin ich seit Jahren regelmäßig dabei. Und jetzt wollte ich mir noch mal was beweisen. Deshalb habe ich mich mal wieder für die 42 Kilometer angemeldet. Die Distanz ist für mich nicht das große Problem – trotz meiner chronischen Lungenerkrankung. Aber vor den Steigungen habe ich großen Respekt.
Die Herde lässt kein Mammut zurück
Ich gehe diesmal alleine an den Start, weiß aber, dass ich Teil einer großen Gemeinschaft sein werde. Die Herde lässt keinen zurück. Wenn etwa ein Blasenpflaster fehlt, versorgt dich ein anderes Mammut.
Im vergangenen Jahr war ich mal als Volunteer im Einsatz. Es hat auch großen Spaß gemacht, die Teilnehmer am Streckenrand zu versorgen und zu motivieren. Jetzt freue ich mich aber darauf, die Wanderung in Angriff zu nehmen. Es wird anstrengend. Aber allein für den Moment des Zieleinlaufes im Landschaftspark Duisburg-Nord nehme ich die Qualen gerne auf mich.
Merle Eckardt (2. von rechts) und Myriam Kasten (rechts) wollen beim Mammutmarsch Ruhrgebiet die 55 Kilometer schaffen. Foto oben: privat
Karin Schülling macht sich am 25. April wieder auf den Weg und möchte die 42-Kilometer-Strecke schaffen. Foto: privat