Von Duisburg nach Kalifornien: Schulteam mit internationalen Duellen im Flag Football
Es war im Sommer 2023, als die Lise-Meitner-Gesamtschule sich sportlich erweiterte. Kinder und Jugendliche hatten nun die Chance, Flag Football zu spielen. Sportlehrer Burkhard Heesen unterrichtete in Duisburg fortan die Variante des American Football, die ohne Körperkontakt und schwere Ausrüstung auskommt.
Die neuformierten Teams sorgten schon bald für Furore. Die U12-Mannschaft der Gesamtschule, die zur NRW-Sportschule Duisburg gehört, gewann Ende 2025 sogar die Deutsche Schulmeisterschaft im Flag Football. Durch den Erfolg qualifizierten sich die jungen Sportlerinnen und Sportler für ein internationales Turnier in den USA. Auf Einladung der American-Football-Profiliga NFL reiste das Nachwuchsteam nun nach Oakland.
Flag Football: Mit dem Flugzeug nach San Francisco
„Das war für uns alle ein unglaubliches Erlebnis“, berichtete Burkhard Heesen nach seiner Rückkehr. Von Düsseldorf aus ging es mit einer Zwischenlandung in Amsterdam nach San Franciso. „Einige der Kinder hatten noch nie in einem Flugzeug gesessen“, sagte der Sportlehrer. „Und dann ging die erste große Reise direkt nach Kalifornien.“
Beim Turnier war zu spüren, dass der deutsche Vertreter noch am Anfang seiner Entwicklung steht. Der Gegner aus Österreich war mit einer Akademie-Auswahl zum Turnier gereist. „Die können in der Woche sieben Stunden nur Flag Football trainieren“, erklärte Heesen. „Davon sind wir weit entfernt.“
Gänsehaut bei der Haka vor dem Neuseeland-Spiel
Trotzdem schlug sich das Team aus der SPORTSTADT DUISBURG sehr gut. Gegen Österreich bejubelte der Deutsche Meister zwei Touchdowns – und verlor das Duell nur knapp. Einen Höhepunkt gab es vor dem Spiel gegen Neuseeland. Die Mannschaft aus dem Südpazifik begrüßte ihren Gegner mit dem Haka – dem rituellen Tanz der Māori. „Da bekommt man echt eine Gänsehaut“, sagte Heesen.
Auch gegen Neuseeland hielten die Duisburger lange mit und verloren unglücklich. Weitere Niederlagen gegen Großbritannien und Irland führten zu Platz 14 in der Abschlusstabelle.
Sieg über Brasilien statt Trip zur Golden Gate Bridge
Doch das Team aus dem Ruhrgebiet wollte unbedingt noch einen Sieg während der US-Reise landen. Auf dem Programm stand zuletzt ein Freundschaftsspiel gegen Brasilien. „Es gab auch die Möglichkeit, auf das Spiel zu verzichten und stattdessen zur Golden Gate Bridge zu fahren“, sagte Heesen. „Aber der Ehrgeiz war so stark, dass wir uns für das sportliche Duell entschieden haben.“ Gegen Brasilien klappte es auch mit dem ersehnten Sieg: Die deutsche Mannschaft gewann mit 6:0.
Zur Golden Gate Bridge ging es dann an einem anderen Tag. Außerdem machten die Duisburger einen Abstecher nach Santa Clara. Die Stadt war in diesem Jahr Austragungsort des Super Bowls. Zum Sportspektakel der Superlative gehört auch ein einwöchiges Vorprogramm – mit einigen Mitmach-Events. Die Duisburger sprinteten mit dem deutschen American-Football-Profi Jakob Johnson um die Wette.
Begegnung mit Topstar Amon-Ra St. Brown
Die Schülerinnen und Schüler der Lise-Meitner-Gesamtschule trafen auch Amon-Ra St. Brown. Der Deutsch-Amerikaner gehört zu den Topstars der NFL. Der Spieler der Detroit Lions stand seinen jungen Landsleuten für ein Erinnerungsfoto zur Verfügung. „An diese Reise werden wir noch sehr lange zurückdenken“, erklärte Heesen.
Und einige Talente wollen bald wieder die USA besuchen – für einen längeren Zeitraum. „Viele Schülerinnen und Schüler spielen mit dem Gedanken“, sagte Heesen, „dort ein Auslandsjahr zu machen oder sich für ein Stipendium zu bewerben.“
Das ist die Meistermannschaft
Spieler: Mikail Aydin, Biagio Cuttaia, Kerem Duman, Ila Erken, Bennett Mascia, Paul Müller, Amar Pacolli, Lena Spitzer, Maximilian Swegat, Henry Zipfel
Trainer- und Betreuerteam: Zehra Erol, Fatah Fifty Fathalla, Burkhard Heesen, Marc Kindermann, Peter „Peewee“ Krause, Özlem Yuca, Sebastian Zimmermann
Die Duisburger Mannschaft war nun in Kalifornien im Einsatz. Foto: privat