Duisburg stimmt über Olympia-Bewerbung ab: Bürgerentscheid gestartet
Der Rat hatte den Weg im Februar frei gemacht. Jetzt sind die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Duisburg gefragt. Sie können aktuell über die Bewerbung der Region „KölnRheinRuhr“ für die Olympischen und Paralympischen Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 abstimmen. Bis zum 19. April läuft der Bürgerentscheid in Duisburg und anderen Städten.
Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die Bewerbung für das Fünf-Ringe-Großereignis.
Wie sieht das Konzept für die Sommerspiele in Nordrhein-Westfalen aus?
17 Städte wollen das Großereignis gemeinsam stemmen. Köln ist dabei die „Leading City“, dort sollen ein temporäres Olympiastadion und das Olympische Dorf entstehen. Die Arena auf Schalke ist als Schwimmstadion eingeplant, in der Aachener Soers soll es um die Medaillen im Reiten gehen und Mönchengladbach ist als Schauplatz der Hockeyspiele vorgesehen. Die Macher der Kampagne betonten zuletzt die Nachhaltigkeit und sprachen von „100 Prozent schon bestehenden oder temporären Sportstätten“.
Was ist in der SPORTSTADT DUISBURG geplant?
Die Stadt würde laut eigener Aussage mit „etablierten und international erprobten Sportstätten“ ins Rennen gehen. Die in den vergangenen Jahren modernisierte Regattabahn im Sportpark Duisburg wäre Austragungsort für Wettbewerbe im Rudern und Kanu sowie im Para-Rudern und Para-Kanu. Die Schauinsland-Reisen-Arena wäre Schauplatz des olympischen und paralympischen Sportkletterns – mit den Disziplinen Bouldern, Lead und Speed.
Welche Erfahrungen hat Duisburg mit sportlichen Großereignissen?
In den vergangenen Jahren gab es Events der Spitzenklasse: Bei den FISU World University Games 2025 war bei der Eröffnungs- und Schlussfeier die Welt zu Gast in Duisburg. Fans feierten bei Wasserball-Spielen, Beachvolleyball-Duellen und Ruder-Wettkämpfen im Sportpark Wedau. Zudem war Duisburg bereits bei sechs Kanu-Weltmeisterschaften der Gastgeber – zuletzt 2023. Und von der Universiade 1989 sowie den World Games 2005 schwärmen die Beteiligten noch heute.
Wie läuft der Ratsbürgerentscheid ab?
Bis Ende der kommenden Woche sollten alle 351.307 wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger die Unterlagen in ihren Briefkästen haben. Die Abstimmung findet ausschließlich per Brief statt. Konkret wird gefragt: „Sind Sie dafür, dass sich die Stadt Duisburg an der gemeinsamen Bewerbung der Region Rhein/Ruhr um die Olympischen und Paralympischen Spiele im Jahr 2036, im Jahr 2040 oder im Jahr 2044 beteiligt?“ Als Antwort kann nur mit „Ja“ oder „Nein“ abgestimmt werden. Ausgefüllte Unterlagen sollten spätestens bis zum 14. April in einen Briefkasten der Deutschen Post eingeworfen werden, damit Stimmen bei der Auszählung berücksichtigt werden kann.
Wie geht es weiter, falls die Mehrheit für eine Olympia-Bewerbung stimmt?
Neben „KölnRheinRuhr“ bewerben sich auch München, Berlin und Hamburg um eine mögliche deutsche Kandidatur für die Sommerspiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044. Der Deutsche Olympische Sportbund will im Herbst 2026 entscheiden, welcher Bewerber Deutschland im internationalen Verfahren vertreten soll. Die Vergabe der Olympischen Spiele obliegt dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC). Wann das IOC zum nächsten Mal Spiele vergibt, steht noch nicht fest.
Im Sommer 2023 bejubelten deutsche Sportler einige Goldmedaillen bei den Kanu-Weltmeisterschaften in Duisburg. 2036, 2040 oder 2044 könnte es auf der Regattabahn um die Olympiasieger gehen. Foto: Eugen Shkolnikov / SPORTSTADT DUISBURG