Kanu-Polo-WM 2026 in Duisburg: Partystimmung beim Deutschland-Erfolg

„Deutschland, Deutschland!“ schallt es von den vollen Rängen. Dazu Trommeln, Tröten, Trillerpfeifen. Party-Stimmung an der Regattabahn in der SPORTSTADT DUISBURG! Angefeuert von mehr als 2.500 Fans spielen sich die Sportlerinnen der deutschen Kanu-Polo-Nationalmannschaft den Ball zu. Es geht an diesem Sonntagnachmittag um nicht weniger als den WM-Titel – und das deutsche Team nutzt souverän den Heimvorteil!

Im Damen-Finale gegen Frankreich steht es 8:1. Und als der Schlusspfiff ertönt, gibt es auf den Tribünen kein Halten mehr. Die Spielerinnen fallen sich in die Arme, die Fans schwenken schwarz-rot-goldene Fahnen. Auch Katharin Grünewald, Lotta Bendiek und Laura Saliou vom 1. Meidericher Kanu-Club dürfen sich jetzt Weltmeisterinnen nennen.

Kanu-Polo-WM sorgt für Sommermärchen in Duisburg

„Weltmeister 2026! Team Germany“, ruft der Stadionsprecher atemlos ins Mikrofon. Und aus den Boxen erklingt Peter Schillings „Major Tom“. Ein kleines Sommermärchen. Sogar die Sonne scheint. Und Duisburg? Hat diesem Märchen eine würdige Bühne gegeben.

Sechs Tage lang war die SPORTSTADT DUISBURG die Welthauptstadt des Kanu-Polos. Die Fans erlebten internationalen Spitzensport auf höchstem Niveau. Spannende Spiele, große Emotionen.

28 Nationen sorgen für Teilnehmerrekord 

Und: Noch nie hatten so viele Länder an einer Kanu-Polo-WM teilgenommen wie in diesem Jahr: „Hier kommen 28 Nationen zusammen. Menschen mit unterschiedlichen Sprachen, unterschiedlichen Kulturen und unterschiedlichen Lebensgeschichten. Das ist etwas, worauf wir stolz sein können”, sagte Dajana Pefestorff, die Präsidentin des Deutschen Kanu-Verbandes.

 „Die Stimmung ist einfach großartig“, freute sich Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link am Sonntag auf der Pressetribüne. „Dass der internationale Kanuverband Duisburg als Austragungsort für dieses hochklassige Event gewählt hat, erfüllt mich mit Stolz“, schrieb er in bereits im Vorfeld des Turniers in seiner Funktion als Schirmherr der WM. „Unsere Regattabahn ist weit mehr als eine Sportstätte; sie ist ein elementarer Bestandteil unserer sportlichen Identität. Seit Jahrzehnten ist sie Schauplatz für internationale Wettkämpfe, die Geschichte geschrieben haben.“

Dramatisches Finale gegen Italien

Geschichte schreiben – das wollten auch die deutschen Kanu-Polo-Herren im Finale gegen Italien. In der allerletzten der insgesamt 359 Partien des Turniers starteten die Männer stark und temporeich ins Spiel. Deutschland machte Druck, hatte einige gute Chancen, dennoch ging es torlos in die Halbzeit.

 Nach der Pause ging Italien zunächst in Führung. Deutschland gelang dann der Ausgleichstreffer. Doch schon bald lag Italien mit 3:1 vorn. Das Team von Bundestrainer Michael Günzel gab nicht auf – und schaffte tatsächlich den 3:3-Ausgleich. Alle deutschen Tore gingen dabei auf das Konto des Ausnahmespielers Erik Beukenbusch – Duisburgs amtierender „Sportler des Jahres“ und Goalgetter beim 1. Meidericher Kanu-Club (MKC).

Der WM-Titel war dank der Treffer von Beukenbusch für das starke deutsche Team noch immer zum Greifen nah, doch wer ihn bekommt, sollte sich erst in der Verlängerung entscheiden. Drama pur, Nervenkitzel, Puls, viele „Ooooohs“ und „Aaaaahs“ auf den Rängen.

 Siegtreffer in der zweiten Overtime

In der zweiten Overtime trafen die Italiener dann zum spielentscheidenden 4:3. Zack, vorbei. Knallhart, diese Golden-Goal-Regel. Dann lauter Gold-Jubel bei den einen, traurige Gesichter bei den anderen. Doch die Mienen hellten sich wieder auf, als die Vize-Weltmeister mit Silber belohnt wurden. Zu ihnen gehörte auch der Meidericher Tim Riecke. Am Vortag hatten sich die deutschen U21-Teams übrigens schon zwei Mal Bronze gesichert.

 „Eine erfolgreiche Heim-Weltmeisterschaft für die deutschen Teams“, bilanzierte der Deutsche Kanu-Verband. Und großes Lob für die SPORTSTADT DUISBURG gab es auch: „Die Regattabahn wurde bei der WM zum Schauplatz eines internationalen Kanu-Polo-Fests mit Mannschaften aus aller Welt und spannenden Entscheidungen bis zum letzten Spiel“.

Das deutsche Damen-Team feiert den Titelgewinn vor eigenem Publikum. Foto: ICF

Auch Maskottchen DUBLU war am Finaltag zu Gast an der Regattabahn. Foto: Tobias Appelt / SPORTSTADT DUISBURG