FISU Games: Deutschland feiert im Sportpark Duisburg eine Medaillen-Party
Als der Ball nach dem entscheidenden Wurf im Netz zappelte, sprang Sascha Seifert mit einem Jubelschrei in sein heimisches Schwimmbecken. Er feierte einen emotionalen Medaillen-Gewinn: Deutschland hatte Ungarn in einem Penalty-Krimi besiegt und Bronze im Wasserball gewonnen. Und Seifert erlebte seinen persönlichen Glücksmoment bei den FISU World University Games.
„Beim Penaltyschießen hatte ich einen Puls von 200“, sagte Seifert nach der Spontan-Party mit seiner Mannschaft. Am Beckenrand umarmte er seine Teamkollegen, schrie seine Freunde heraus in den vollbesetzen Fanblock.
Seifert vertritt Deutschland in seiner Wahlheimat
Für Seifert war es ein besonderes Turnier: Der gebürtige Potsdamer war 2022 zum Bundesligisten ASC Duisburg gewechselt. Auf der Anlage spielten im Sommer 2025 die besten studentische Wasserball-Teams der Welt um die Medaillen.
In der SPORTSTADT DUISBURG hingen rund um das Multisport-Event deshalb auch viele XXL-Poster mit Seiferts Porträt. Der 24-Jährige war eines der Gesichter der Veranstaltung. Und nach seinem Erfolg schwärmte er von seiner Wahlheimat. „So eine Stimmung habe ich beim Wasserball noch nie erlebt“, berichtete Seifert. „Es ist wahnsinnig schön, mit den Fans eine Medaille zu feiern.“
Auch Metten und Gansen jubeln im bekannten Becken
Auch sein Vereinskollege Elias Metten machte einen Jubelsprung ins Wasser. Und der Kapitän der Bronze-Mannschaft kennt sich ebenfalls beim ASC Duisburg aus: Mark Gansen stammt aus der Ruhrgebietstadt. Beim Duisburger Traditionsklub warf er als Teenager den Wasserball. Nun holte der Spieler von Waspo Hannover einen großen Erfolg in einem bekannten Becken.
Am vorletzten Tag der FISU World University Games feierte die Gastgeber-Nation im Sportpark Duisburg gleich drei Medaillen. Eine Stunde nach dem Wasserball-Coup schlugen Philipp Huster und Maximilian Just im Beachvolleyball auf. Die Arena war bis auf den letzten Platz besetzt. Viele Fans schauten sich das Spiel um Gold zudem auf einer Großleinwand neben dem Center Court an.
Publikum trägt deutsche Beachvolleyballer zu Gold
Und sie sahen dominante Beachvolleyballer aus Deutschland. Die Studenten besiegten Quinten Groenewold und Tom Sonneville aus den Niederlanden mit 2:0. Das Gold-Duo machte mit den Fans die La Ola. „Das Publikum hat uns zum Sieg getragen“, sagte Philipp Huster, der sich mit seinem Teamkollegen in eine Deutschland-Fahne einhüllte.
Die Siegerehrung war noch im vollen Gange, da zogen 500 Meter weiter die deutschen Wasserballerinnen die Badekappen für ihr entscheidendes Spiel zurecht. Das Team war als Außenseiter ins Turnier gestartet, jetzt spielte es um den Titel.
Wasserballer-Team um Plotz bejubelt Titelgewinn
Und sie ließen den USA keine Chance. Mit 9:6 gewannen die Gastgeberinnen das Endspiel – und feierten Gold. Sinia Plotz strahlte, als sie aus dem Wasser stieg. Der Kapitänin der deutschen Mannschaft spielte einst auch für den ASC Duisburg, aber so einer Stimmung hatte sie noch nicht erlebt. „Was heute auf den Tribünen los war, ist der Wahnsinn“, sagte Plotz.
Bei der Siegerehrung feuerten sich die Mannschaften gegenseitig mit „Deutschland“-Rufen Und Plotz kündigte eine Partynacht an. „Wir werden gemeinsam mit den Männern die Medaillen feiern“, verriet die Wasserballerin. „Solche Erlebnisse muss man genießen.“
Golden Girls: Die deutschen Wasserballerinnen um Sinia Plotz (links) holten den Titel in Duisburg. Foto: Eugen Shkolnikov / Duisburg Kontor
Das Publikum in der vollen Beachvolleyball-Arena trug die deutschen Männer zur Goldmedaille. / Foto: Eugen Shkolnikov / Duisburg Kontor
Sascha Seifert (vorne) sprang nach dem entscheidenen Treffer ins heimische Schwimmbecken. Foto: Eugen Shkolnikov / Duisburg Kontor